Ich sehe sie, unsere Mutter Erde – den blauen Planeten: Noch leuchtet sie in ihrer unaussprechlichen Schönheit wie ein strahlender Edelstein im Dunkel des Weltalls. Noch sprudeln ihre Quellen und Bäche, strömen ihre Flüsse, wogen ihre Meere, stehen ihre Berge fest, rauschen ihre Wälder. Noch nährt sie die Artenvielfalt, alle Geschöpfe, den Menschen inbegriffen. ... Hier soll dieser unermesslichen Schönheit ein ehrendes Andenken bewahrt werden, jenseits allen Blutes und aller Tränen. Bilder dieser Schönheit gilt es aufzubewahren im Gedächtnis von Mutter Erde – dass sie sich einstmals daran erinnert, wenn es vonnöten ist und sie wieder neues Leben, neue Schönheit erschaffen kann. Ein Kind von Mutter Erde bist Du, bin ich. Bist Du guten Willens und fähig, den weisen Reden „tunkushilas“ zuzuhören und die Geheimnisse im Antlitz von Mutter Erde in allen ihren Facetten zu erkennen? Schau her! Hier zeigt sich die lebendige Schönheit unseres Planeten in ihrer ganzen Vielfalt.

 

 

Nicht Blut, nicht Tränen – die siehst Du täglich genug. Trauer und Tod, Negatives bewirken kein Leben, sondern kreisen in einem Circulus vitiosus der Dunkelheit. Geh‘ den Weg guter Gedanken, gib‘ in Deinem Denken der Kraft des Schönen Raum. Unsere Mutter Erde wird sich einst daran erinnern in einem großartigen Prozess der Neuschaffung und Heilung.

 

Dein Lehrer Wolf-Amarok

 

Höre hin – so wie ich den Dingen lausche


Wanderer an Wolf-Amarok

Namaste – ich verehre das göttliche Geschöpf in Dir

Seit ich diese Pforte betreten habe, großer weiser Amarok,

hast Du mich gelehrt:

Ich habe gelernt, mich leise zu bewegen -

Ich habe gelernt, hinzuschauen, auch auf die kleinen Dinge -

ich habe gelernt, hinzuhören – auf leise Töne und die laute Stimme des Rufers -

und mich auf Deine Lehren zu freuen.

 

Wie hast Du mich beeindruckt mit Deinem Wissen über die „Hundeartigen“, wie Du die Wölfe nennst. Nun sehe ich, wie liebevoll sie mit ihrer Familie umgehen, wie das ganze Pack sich über neue Welpen im Rudel freut...und ich weiß nun wie wichtig sie für das Gleichgewicht in der Natur sind, wie wichtig auch für das menschliche Leben.

 

Wie sind wir uns doch so ähnlich – Mensch und Wolf – und doch: Im Vergleich erscheint mir der Mensch so würdelos. Wölfe nehmen sich nicht mehr als sie brauchen, meistens sind es die schwächsten, oft kranken Tiere, Der Mensch tötet maßlos, obwohl er Fleisch nicht zum Überleben braucht. Für ihn gibt es andere Nahrung, nicht jedoch für den Wolf. Er benötigt etwa 4 kg Fleisch am Tag, doch er martert seine Beute nicht und sucht sie schnell zu töten. Kein Wolf übt lange Hetzjagden aus, kann er nicht schnell den entscheidenden tödlichen Biss anbringen, gibt er auf.

 

Scham steigt in mir auf:

Wie kann es sein, dass Menschen sich aufführen wie die schlimmsten Berserker, täglich millionenfach töten, obwohl sie keiner fleischlichen Nahrung bedürfen,

wie kann es sein, dass Menschen solche wunderbaren Wesen, wie die Wölfe, täglich jagen, quälen, in Fallen verenden lassen, vergiften – wie z.B. in Kanada und den USA? Dass sie sogar, um die Erlaubnis für Wolfsjagden zu erhalten, gezielt Weidevieh in die ansonsten geschützten Reviere der Wolfsrudel verbringen, damit es durch Wölfe getötet und dadurch die Erlaubnis zur Jagd erteilt wird?I

Wie kann es sein, dass immer noch die Ammenmärchen aus den Spinnstuben vergangener Jahrhunderte durch die Köpfe spuken vom“ bösen menschenfressenden Wolf“, der Rotkäppchen und die sieben Geißlein verschlungen hat. Der Mensch gehört nicht in das Beuteschema des Wolfes!

 

Wie kann es angehen, dass in dem sog. „christlichen Amerika“ die Arroganz der weißen Rasse nicht nur das Leben der Indian Natives fast ausgelöscht und zum Erliegen gebracht hat mit den für Menschen unwürdigsten erbärmlichsten Methoden (z.B. in Kanada Entfernung der indianischen Kinder aus ihren Familien mit Verbringen in sog. christliche Heime, dortiger seelischer und körperlicher Folter bis zu Vergewaltigungen und bewusster Infizierung mit Krankheiten), sondern immer wieder den Versuch unternimmt, die erklärten Mitgeschöpfe, „Brüder“ der Indian Natives, die Wölfe, auf’s Schauerlichste auszurotten!?

 

Sollte es tatsächlich so sein, dass die Jagd und das Gewehr – in jedem gut sortierten amerikanischen Haushalt vorhanden – in dem heute noch von Bigotterie geschüttelten Amerika stellvertretend für männliche Potenz steht bzw. das Töten als Überreste eines archaischen Mannbarkeitsrituals zu verstehen sind?

 

Wie sollte man sich sonst z.B. das abstruse Verhalten eines „modernen“ Landes wie Kanada erklären in der rastlosen Vernichtung und Abschlachtung seiner gefährdeten Tierwelt, wie z.B. des vieltausendfachen jährlichen Todes von Robben, Eisbären, Walen und ...Wölfen. Die fadenscheinige Erklärung Kanadas, es sei die Tradition der Inuit oder der Makah kann leicht widerlegt werden, weil im Laufe der Geschichte zu verfolgen ist, dass die weißen Regierungen Kanadas es immer wieder erreicht haben - je nach eigenen Geschäftsinteressen - den Natives das Bejagen aussterbender Arten nicht mehr zu gestatten!

 

Ignoranz und Arroganz – Grundlagen des Versagens jeglicher Menschlichkeit. Mehr als eine Schande!

 

Mich an die gemeinsame alte Geschichte von Wolf und Mensch erinnernd, weiß ich, großer Amarok, dass wir einst Brüder waren, der Mensch gemeinsam mit vertrauten Wölfen jagte, die ihm die Beute zeigten, er seine mit ihnen teilte, einst in den dunklen Wäldern – an den Lagerfeuern.

Verweht, vergangen, dahin?

 

Du weißt es und ich ahne es: Wir könnten wieder gemeinsam leben, aufklären statt zu jagen, zu achten statt zu ächten.