Quaesitus: "Allrounder" im Dienste der Gesundheit

Reperticius:  Die vielseitige Mistel, Zauberkraut   einst u. jetzt

Hüte Dich, Nachtwanderer, vor den sommerlichen Mondnächten in den Kastanienwäldern des Luberon oder den der Eichenwälder in den Cevennen! Du könntest ihnen begegnen, den letzten Druiden, beim Ernten der heiligen Mistel unter dem Blitzen der goldenen Sicheln. Sie könnten erschrecken, ihre weißen Tücher sinken lassen und die Misteln entweiht zur Erde fallen. (Und der Prominenteste unter ihnen, Miraculix, der weißbärtige Alte, könnte sich wieder einmal in den Finger schneiden). Das ist nicht gut für die Wunderwaffe, die einst Baldur tötete, ist dem Schlüssel des Aeneas zur Unterwelt des Hades nicht zuträglich. Sie böte keinen Schutz mehr vor bösen Geistern und tausende Kranke erwarteten vergeblich Linderung und Heilung.

Erst in den winterlichen Raunächten kämen sie wieder zusammen, die Priester der Kelten, zum Schneiden der Misteln unter heiligen Gesängen. Aber bis dahin würde es fehlen, das Zauberkraut, das Heil bei

 

Arterienverkalkung

arteriosklerotischen Beschwerden

 

Bluthochdruck

Blutdruck-senkend

chronischen Arthrosen

chronischem Rheuma

eitrigen Wunden

Fallsucht - Epilepsie

Geschwüren

Zellwachstum (Krebs) - hemmend

Konzentrationsstörungen

Kreislaufproblemen

Lungen- und Darmblutungen

Nasenbluten

nervösem Herzstörung

Ohrensausen

Schlaganfall

Schwindelanfällen

Stoffwechselerkrankungen

Herzschlagfrequenz verringernd

das Immunsystem stärkend

den Herzschlag verlangsamend

die Blutgefäßwände stärkend

 

zur Ergänzung der Krebstherapie

Wechseljahre-Beschwerden lindernd oder ausschaltend,

zur Einreibung bei erfrorenen Gliedmaßen (St. Hildegard)

 

zur Blutstillung (Sebastian Kneipp).

Kugelig wachsende Mistel, c) Marcel Gluscha
Kugelig wachsende Mistel, c) Marcel Gluscha
Taschenkrebs
Taschenkrebs

Welche der etwa weltweit 1500 Mistelarten schnitten sie einst von Kastanien und Eichen? Die Riemenblume, Loranthus europaeus mit den gelben Beeren (z. Zt. die Eichenwälder Ost-Österreichs bedrohend) oder war es eine Form des Viscum album, der weisbeerigen Mistel, das gelegentlich auch auf Kastanien und Eichen seinen Platz gefunden hat? Unsere modernen Druiden bevorzugen das Viscum album, das ebenfalls als Halbschmarotzer, sich ähnlich wie ein Tumor ausbreitend, unabhängig von der Jahreszeit, in kugeliger Form wild wuchernd auf Bäumen niedergelassen hat (wie Tumoren im Menschen). Man mag ihn ebenfalls als "Druiden" bezeichnen, Rudolf Steiner, den Vater der Anthroposophie (1861-1925); denn er leitete von Art und Wachstum der Mistel - wie die eines Taschenkrebses, von dem der Name der Krankheit Krebs herrührt - ihre Wirksamkeit als unterstützende Heilpflanze in der Krebstherapie ab

Rudolf Steiner um 1906 (c Wikipedia)
Rudolf Steiner um 1906 (c Wikipedia)
Dr. Ita Wegmann,1899 (c Wikipedia)
Dr. Ita Wegmann,1899 (c Wikipedia)

Es dauerte eine Weile bis Dr. Ita Wegmann, den Erkenntnissen Rudolf Steiners folgend,

 in Kooperation mit einem Züricher Apotheker, das erste Mistelpräparat entwickelte, heute Iscador genannt und mittlerweile schon etwa 80 Jahre "auf dem Markt". Das Lächeln der Schulmediziner über diesen "Hokuspokus" ist mittlerweile gefroren, denn nun kann sogar mit wissenschaftlichen Studien die eindeutige Stärkung des Immunsystems durch die Eiweißverbindungen der Mistel und die daraus resultierenden Minimierungen von Nebenwirkungen der Chemotherapie bestätigt werden. Auch wenn einige Mediziner sich immer noch dagegen sträuben, erhalten mittlerweile 60 % der Krebspatienten diese ergänzende Therapie auf Kassenrezept.

Auch die weißbeerige Mistel wird nach der Bindung an unterschiedliche "Wirtsbäume" in mehrere "Wirtsrassen" unterschieden:

Laubholz-Mistel (Viscum album subsp. album; synonym Viscum album) - auf Pappeln, Weiden, Apfelbäumen, Weißdorn, Birken, Haseln, Robinien, Linden, Ahornbäumen, amerik. Rot-Eiche, amerik. Schwarznuß, amerik. Eschen, Hainbuche und anderen, nicht aber z.B. auf Rot-Buche, Süßkirsch- und Pflaumenbäumen, Walnußbaum, Platanen, Paulownien, Götterbäumen oder Magnolien.

Tannen-Mistel (Viscum album subsp. abietis; synonym Viscum abietis) - auf Weißtannen.

Kiefern-Mistel (Viscum album subsp. austriacum; synonym Viscum laxum) - auf Kiefern, selten auf Fichten. In Bayreuth wurde sie erstmalig auf der europäischen Lärche entdeckt. Vorkommen in Süd- und Ostdeutschland, Österreich (Wachau) und Japan.

Seit dem Jahre 2002 wird mit der Kretischen Mistel (Viscum album subsp. creticum) eine weitere Unterart beschrieben, die als Endemit nur auf Kreta vorkommt und dort auf der Brutia-Kiefer (Pinus halepensis subsp. brutia) schmarotzt.

Die Koreanische (Viscum album subsp. coloratum) oder Japanische Mistel, früher gelegentlich als Unterart geführt, wird dagegen heute als eigene Art (Viscum coloratum) angesehen.

 

Zu Beginn der Mistel-Krebs-Therapie pflegte man nach anthroposophischen Gesichtspunkten auschließlich Auszüge aus der gesamten Pflanze zu verwenden, doch seit etwa 15 Jahren liegt der Schwerpunkt der Forschung zunehmend auf dem Mistellektin (einem Protein). Man ist der Meinung, dass eine Dosierung von 1 ng/pro kg Körpergewicht anscheinend die besten Ergebnisse erbringen.

Nichtsdestotrotz, nach wie vor wird mit Mistelauszügen behandelt, wobei die Wirtsbäume immer noch eine entscheidende Rolle spielen. War man bis vor wenigen Jahren noch der Meinung, dass für jede Krebsart eine Mistel vom passenden Wirtsbaum genommen werden sollte, vertritt man heute auch in anthroposophischen Kreisen den Standpunkt, dass dies nicht unbedingt vonnöten ist, allerdings bevorzugt man Laubbäume, vor allem Apfel und Esche vor Nadelbäumen, da diese Mistelarten offenbar eine stärkere tumorschädigende Wirkung zeigen.

Mistelbaum
Mistelbaum

Man  sollte einen einen erfahrenen Onkologen (Krebsspezialist) entscheiden lassen, ob aufgrund des individuellen Befundes eine Misteltherapie sinnvoll ist (die beispielsweise bei Leukämie kontraindiziert zu sein scheint), das Anrecht eines "gnädigen Todes" gewähren wir unseren Haustieren, die Mistel scheint ihn auch - wenn nicht mehr therapiert werden kann - dem Menschen zu gestatten.

Bekannte Mistelpräparate gegen Krebs:

 Gesamtextrakte aus frischem Kraut

 Helixor

 Abnobaviscum,

 z. T. fermentiert

Iscador

 

Die Erfahrung vieler Frauen, wie wohltuend die  Mistel (neben den schon genannten zahlreichen Anwendungsgebieten) auch besonders in der Behandlung der weiblichen "Wechseljahre" ist und dass sie die sog Hormontherapie vollkommen ersetzen kann, ist viel zu wenig bekannt. Viscum album bietet einen guten Ersatz für synthetische Hormone: Stimmungsschwankungen, Hitzewallungen und was sonst noch an unangenehmen Empfindungen in dieser Zeit die betroffenen Frauen beeinträchtigt, fallen schlichtweg durch die "Phytohormone" der Mistel aus.

In der Möglichkeit ihres vielfältigen Einsatzes scheint die Mistel wirklich "vom Himmel gefallen" zu sein, wie es die Germanen glaubten. Wenn wir auch heute wissen, dass die Mistel durch den Speichel oder den Kot von Vögeln (vornehmlich der Misteldrossel) verbreitet wird, als Halbschmarotzer die pflanzliche Photosynthese selbst ausführt, zweihäusig ist (männliche und weibliche Blüten wachsen getrennt voneinander auf zwei Pflanzen) und dass ihr zu Rinden-Saugsträngen umgebildetes Wurzelsystem dem Wirtsbaum Wasser und Nährsalze entzieht. Langsam wachsend, treibt sie erst im zweiten Jahr zwei kleine Blättchen aus und blüht frühestens nach 5 bis 7 Jahren zum ersten Mal. Orangenähnlichen Duft verströmt der Nektar der Blütenstände, Lockstoff für Ameisen und Fliegen, als willige Bestäuber. Nach der Befruchtung ist Ruhezeit für die weiblichen Blütenstände bis etwa Ende Juni. Nun entwickeln sich langsam die Früchte mit ihren innen liegenden grünen Embryonen. Zur Adventszeit leuchten sie endlich als weiße Scheinbeeren auf, sie sind reif. Ist es nicht wundersam, dass es wie bei einem Menschen insgesamt 9 Monate dauert, bis der Keim ausgereift ist? Zauberhaft.

Misteldrossel
Misteldrossel

Deshalb leise im Wald in den hellen Mondnächten, vielleicht wachen sie noch, die Geister der alten Druiden unter den Misteln an ihren alten heiligen Plätzen.