Im Rauch der C'anunpa - der "Heiligen Pfeife"

Quelle: animated-gifs.eu
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Duftet es nach Sweetgrass, Sage oder Hante? Verzehrt sich Süßgras im Feuer auf einem Kohlestück (oder einem heißen Stein) und sendet es seinen aufsteigenden Rauch empor, um negative und positive Energien anzuziehen? Heilige Handlung, die während des Stopfens der Heiligen Pfeife mit Bärentraubenblättern, dem berühmten sog. Kinnikinnick der Indian Natives, vollzogen wird. Jede Prise Tabak und Kinnikinnick versinnbildlicht die positiven und negativen Kräfte der universellen Macht, jeder, der die Pfeife stopft, nimmt in einer Art Schöpfungsakt symbolisch den Platz des All-Vaters ein...

Heilige Pfeife – C‘anunpa Wakan – Symbol des auf der Erdachse stehenden Menschen, gleichermaßen zusammengefügt aus Symbolen des Männlichen und Weiblichen und des Plfanzenreiches:

 

 



Der Pfeifenkopf

Mutter Erde: Aus rotem Catlinit (dem rotenTonstein der heiligen Steinbrüche Minnesotas) geschnitten –

Der Pfeifenstiel

Das menschliche Ich und sein Evolutionsweg: Aus einem Stück Büffelknochen gefertigt –

Das Pfeifenrohr

Das gesamte Pflanzenreich: Aus dem Holz der Weißesche gearbeitet

Pfeifen der Indian Natives: Wikipedia (USA gemeinfrei)
Indianische Pfeifen: Wikipedia c) ökologix

Mit dem Wortstab, dem Pfeifenstopfer wurde der Tabak aufgelockert, er steht mit der Innenwelt des Wesens in Kontakt – so laufen auch die Gebete über ihn.

Rauch ist die Seele und in der Vereinigung aller Kräfte steigt sie zu ihm hinauf, mit dem Gebet im Wind, durch die Wolken, zu Wakan Tanka, dem großen Geheimnis, und wirkt in dieser Vorstellung wie eine Nabelschnur, die den Menschen mit dem ganzen Universum verbindet.

 

Sind die sieben Geistesstadien durchschritten? Die Pfeife ist der Schlüssel zum Tor der Weisheit. Sind alle heiligen Gegenstände durch diesen heiligen Rauch gereicht worden, alle Teile der Pfeife – der männliche und der weibliche Teil – Pfeifenkopf und Pfeifenstiel - über dem heiligen Rauch zusammengesteckt, das „Mitakuye Oyasin“ gesprochen? Dann soll der Pfeifenkopf in der rechten Hand gehalten und das Mundstück in alle sechs Richtungen gereicht und durch den Rauch gezogen werden: Von Norden nach Süden und von Osten nach Westen und im Uhrzeigersinn Westen, Osten, Norden, Süden, oben (Himmel) und unten (Erde). Ist nun die C‘anunpa zur Erde niedergelegt – mit dem Kopf nach Westen gerichtet, scheint im aufsteigenden Rauch ein Lied zu verschwimmen, das Lied der Heiligen Pfeife: „Kola lece lecun wo..“

 

...und die erste Prise des Kinnikinnick wird in den Rauch des Süßgraßes gehalten, bevor man ihr (der C’anunpa) die Macht des Westens zeigt und Tunkushila um Unterstützung gebeten wird, ein Ritual, mit dem jeder Großvater aller Richtungen um Hilfe gebeten wird – mit der Anrufung der Erde endend. Eine letzte Prise gilt Wakan Tanka, dem Großen Geheimnis, damit die menschliche Stimme durch seinen Boten, den „Gefleckten Adler“ Wanbli Gleska gehört werden kann (...ein gewöhnlicher gefleckter Adler wird kommen ..).

Ein neuer Duft steigt zum Himmel, das Süßgras ist gelöscht und Salbei - oder ist es Hante (Zeder) - entfaltet brennend auf der Kohle seine Düfte, diesen Geruch vertragen die negativen Geister nicht, alles Negative verflüchtigt sich in diesem Rauch; denn Salbei und Zeder reinigen und beruhigen. ...Wieder wird die Heilige Pfeife durch den wirksamen Rauch gezogen, zunächst von Norden nach Süden und dann von Osten nach Westen, erneut wird sie in alle sechs Richtungen gehalten, zuerst in Richtung der Sonne, von links nach rechts drehend, und dann wieder mit einer Drehbewegung im Uhrzeigersinn. Die heiligen Handlungen sind vollzogen, nun kann die Pfeife angezündet werden, die ersten vier Züge werden den Großvätern der Himmelsrichtungen gespendet ...dann wird sie weiter wandern, die C'anunpa, ihren Kreis ziehen, zunächst zum linken Nachbarn...

Medizinrad: Wikipedia c) Ökologix

Gebet und Visionssuche im Rauch der heiligen Pfeife mit Sinnfindung, als Besiegelung von Freundschaften und während des Abschlusses von Verträgen und Geschäften. Ein Kreisprozess - im vollen Bewusstsein der Ganzheitlichkeit und der Verbindung der Pole... den „medicine wheels“ entsprechend. Das Medizinrad der Lakota zeigt einen Reif mit vier Speichen: denn die Vier unterliegt einer besonderen Bedeutung in der Lakota-Mythologie, sie steht für die Himmelsrichtungen und die zentralen Werte: woksape (Weisheit), woohitika (Tapferkeit), wowacintanka (Seelenstärke) und wacantognaka (Großzügigkeit) – bedeutungsvolle, von den Lakota angestrebte Werte.

Gehütet wird sie die C‘anunpa Wakan, eingehüllt in einen weiteren Energieträger, der positive und negative Energien speichert, den Pfeifenbeutel. Bis zur Erde reichen seine Fransen herab, nehmen Erdkräfte auf und geleiten sie in den Beutel, so daß die Pfeife in einem ständigen Energiefeld gehalten wird.

 

Die Urpfeife, eines der Geschenke von Whope, der weißen Büffelkalbfrau, wird zusammen mit verschiedenen anderen rituellen Gegenständen, z.B. - wie die Überlieferung der Lakota vermittelt – auch mit der ersten Pfeife, die von einem Menschen geschaffen wurde, verwahrt in einem Medizinbeutel, geschützt von einem bestimmten Beschützer, z. Zt. dem 19. der Hüter - von dem Chief der Völker der Dakota, Nakota und Lakota, von Arvol Looking Horse.

In einem eigens für sie und viele andere heilige zeremonielle Gegenstände geschaffenen, achtseitigen Haus ruht das Geschenk von Whope ... bis C‘anunpa Wakan unter besonderen vorbereitenden Riten ihrem Volk wieder gezeigt werden darf, zu einem hohen Fest – vielleicht beim nächsten Sundance...

C’anunpa Wakan kreist im heiligen Reif des Lebens... in dem alles seinen Platz, seinen Wert und seine Ordnung besitzt.

"Lehrt eure Kinder, was wir unseren Kindern lehrten. Die Erde ist unsere Mutter. Was die Erde befällt, befällt auch die Söhne und Töchter der Erde Denn das wissen wir: die Erde gehört nicht den Menschen - der Mensch zur Erde. Alles ist miteinander verbunden wie, das Blut, das eine Familie vereint". (Worte des Häuptlings Seattle)

Chief Arvol Looking Horse, der Hüter der "Heiligen Pfeife", in 19. Generation,  ruft die Menschen dieser Erde zum Handeln auf:

http://www.religionen.at/irmitakuye-dtf.htm

 

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